Glarner Alpen
31.3.2009 - Wädenswil (440 m)
L1003008
Hinter meinem Wohnsitz erstreckt sich ein kleiner, reichlich verwilderter Garten. Darin integriert ist ein Teichlein, vielleicht einen halben Meter tief und etwa 2 Meter im Durchmesser, ab Frühjahr bewohnt von einigen Erdkröten und reichlich Bergmolchen.
'Was zum Geier schwimmt denn da in meinem Tümpel', ist mein erster Gedanke, als ich abends von der Arbeit kommend durch die Aussentüre meines Büros schaue. Ein Gang ins Freie schafft dann endgültig Klarheit - da legt doch tatsächlich ein Mandarinenten-Paar auf dem Durchflug eine Pause bei mir ein. Diese sieht man nun wahrlich nicht alle Tage ...
Informationen zum Tier:
Art: Mandarinente (Aix galericulata).
Verbreitung: Die ursprüngliche Heimat sind Nordostchina und das Amurgebiet sowie Japan. Inzwischen findet man sie fast überall auf der Welt in Parks und Zierteichen, zum Teil auch als Gefangenschaftsflüchtling oder Neozoon.
Regionale Verbreitung Alpen: In tiefen Lagen entlang von geeigneten Binnengewässern.
Lebensräume: Der bevorzugte Lebensraum sind waldumstandene Binnengewässer - oligotrophe Seen und Teiche. Sie siedeln ausserdem an den Mittel- und Unterläufen zahlreicher Flüsse der Laubwaldtaiga.
Bestände: Der Bestand beträgt in der Schweiz zwischen 75 und 150 Tiere (Zählungen bis 2014), der europäische Bestand liegt zwischen 3'900 und 7'000 freilebenden Tieren. In Nordostchina und im Amurgebiet leben noch etwa 1'000, in Japan etwa 5'000 Paare. Weltweit gibt es laut IUCN etwa 65'000 Tiere.
Merkmale: Mandarinenten erreichen eine Länge von 41 - 49 cm, eine Spannweite von 68 - 74 cm und eine Gewicht von 400 - 700 Gramm. Den prächtigen, bunten Erpel erkennt man leicht an seinem grün-metallischen Schopf, dem kastanienbraunen Backenbart, dem grossen weissen Überaugenstreifen und den auffallend grossen orangefarbenen Flügelfedern, die segelartig aufgestellt sind. Das graubraune Weibchen ist vergleichsweise unscheinbar, hat einen weissen Augenring mit einem verlängerten Lidstrich, ein weisses Kinn und eine gefleckte Unterseite.
Lebensweise: In ihrer natürlichen Umgebung sind Mandarinenten sehr scheu und halten sich vorwiegend in der dichten Ufervegetation von Flüssen und Seen versteckt. Dabei fliegen sie sehr geschickt durch die Zweige hindurch und klettern mit ihren spitzen Krallen im Geäst der Bäume herum. Sie besitzen eine grosse Ortstreue und sind sehr kälteunempfindlich.
Nachwuchs: Die Art führt eine monogame Saisonehe, allerdings sind Wiederverpaarungen nicht selten. Die Paarbildung beginnt bereits mit Einbruch des Winters, viele Paare bleiben mehrere Jahre hinweg miteinander zusammen. Die Mandarinente legt in ihrer Baumhöhle 7 - 12 weisse Eier, die 5 cm gross sind. Nach einer Brutzeit von 28 - 31 Tagen schlüpfen die Küken. Sie sind oberseits braun, unterseits beigefarben und weisen einen dunklen Augenstreifen sowie einen weissen Fleck hinter dem Ohr auf. Sie gehören zu den bestentwickeltsten Nestflüchtern in der Vogelwelt. Nach wenigen Stunden vermögen sie bereits zu schwimmen und ernähren sich vom ersten Tag an selbständig. Das Elternpaar hat lediglich die Aufgabe, seine Jungen vor Feinden zu schützen. In den ersten Nächten werden die Jungtiere zudem noch vom weiblichen Elternvogel gewärmt. Junge Mandarinenten sind mit etwa 40 bis 45 Tagen flugfähig. Sie verlassen dann das elterliche Brutrevier und bilden Schwärme, die sich an geeigneten Gewässern niederlassen. Fortpflanzungsfähig sind sie bereits in ihrem zweiten Lebensjahr.
Lebenserwartung: Das bisher festgestellte Höchstalter beträgt 9 Jahre und 5 Monate.
Nahrung: Sie suchen ihre Nahrung in Form von Samen, Nüssen, Eicheln, Würmer, Schnecken und Insekten überwiegend auf dem Land, wobei sie auch grosse Samen wie Eicheln und Bucheckern unzerkaut verschlucken.
Feinde: Füchse, Ratten, Marder, Wiesel, Greif-, Raben- und Möwenvögel sowie andere Beutegreifer.
L1003008

Flügelspannweite bis 74 cm, Körperlänge bis 49 cm.