|
Glarner Alpen
13.4.2017 - Gattikon (Waldweiher, 545 m) |
|
N1023051
Das Tier nähert sich der Kamera bis auf kurze Distanz. Informationen zum Tier: Art: Rötelmaus (Myodes glareolus, Syn. Clethrionomys glareolus). Verbreitung: Grosse Teile Europas und Nordasiens, die östliche Verbreitungsgrenze bildet der Altai. Regionale Verbreitung Alpen: Bis in Höhen von 2400 m, auch oberhalb der Baumgrenze. Bestände: Individuen pro Hektar: 9 – 34, aber sehr variabel und manchmal auch mehr als 50. Merkmale: Die mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 7 bis mehr als 13 cm relativ kleine Mäuseart hat eine Schwanzlänge von 3 - 6½ cm und wiegt zwischen 12 und 35 Gramm. Das Rückenfell ist rotbraun bis fuchsrot, manchmal auch gelblich. Die Flanken sind bräunlich bis graubraun und meist cremefarben überhaucht. Das Bauchfell ist weisslich bis grau. Die Unterwolle ist grau. Die Pfoten sind hell. Die schwarzen Haare am Schwanzende sind etwas länger als die übrige Behaarung des Schwanzes und farblich von dieser deutlich abgesetzt. Die Ohren sind 0,9 bis 1,6 cm gross und nicht im Fell verborgen. Lebensweise: Rötelmäuse sind sehr soziale Tiere, sie leben meist in Gruppen. Ihr Lebensraum wird von Buchen- und Mischwäldern, waldnahen Hecken und Gebüschen sowie Feuchtgebieten gebildet. Sie finden sich zudem häufig in der Nähe von Fliessgewässern. Auch waldnahe Gärten werden als Habitat angenommen. Sie sind geschickte Kletterer und können bis in 5 m Höhe über Boden angetroffen werden. Ihre Nester und Baue legen sie meist unterirdisch an, wobei die Gänge nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche verlaufen. Zum Bau gehören Blindgänge und Erweiterungen, in denen Nahrungsvorräte eingelagert werden und das Nest angelegt sein kann. Die Reviergrösse beträgt in Abhängigkeit von Lebensraum und Jahreszeit bei Männchen 380 – 2208 m², bei Weibchen 261 – 1292 m². Die Rötelmaus ist sowohl tag- als auch nachtaktiv, wobei die Aktivitätsphasen jahreszeitabhängig sind. Aktivitätsspitzen treten besonders in der Dämmerung, am Morgen und am Abend auf. Ob die Tiere tag- oder nachtaktiv sind, hängt von vielen Einflüssen ab, beispielsweise dem Konkurrenzdruck oder dem Jagddruck ihrer Fressfeinde. Nachwuchs: In der Regel findet die Fortpflanzung im Sommerhalbjahr statt. Während sich in Jahren mit knappem Nahrungsangebot der Fortpflanzungszeitraum auf die Monate Mai bis Juli beschränkt, kann er sich bei gutem Nahrungsangebot auf März bis November ausdehnen. In Bergwäldern pflanzen sich die Rötelmäuse bei sehr gutem Nahrungsangebot sogar ganzjährig fort. Die Verpaarung ist polygam und promisk. Weibliche Rötelmäuse werfen im Freiland zwei- bis maximal dreimal in ihrem Leben. Nach einer Tragzeit von 18 bis 23 Tagen kommen 3 bis 7 Junge zur Welt. Sie sind blind und nackt, lediglich an den Lippen befinden sich einige Tasthaare. Nach 3 Tagen erscheint das erste Rückenhaar, nach 25 Tagen hat sich das noch graue Jugendfell voll entwickelt. Die Gehörgänge öffnen sich am 11. Tag nach der Geburt, einen Tag später öffnen die Jungtiere ihre Augen. Entwöhnt sind sie nach 20 bis 25 Tagen. Die Geschlechtsreife setzt normalerweise nach 9 Wochen ein. Lebenserwartung: Die Lebenserwartung der Rötelmaus liegt im Mittel zwischen 18 und 21 Monaten. In Ausnahmefällen kann sie ein Alter von 11 bis 12 Jahren erreichen. Die Sterblichkeit in den ersten 6 Wochen beträgt 60 %, die Wintersterblichkeit 15 %. Nahrung: Die Nahrung besteht im Frühjahr aus Gräsern, Kräutern und Keimlingen. Im Sommer und Herbst kommen Knospen, Samen, Früchte, Moose und Pilze dazu. Im Winter dient in grösseren Mengen auch Baumrinde als Nahrungsgrundlage. Ganzjährig verzehrt die Rötelmaus Insekten, Spinnen und Würmer, gelegentlich auch Vogeleier. Für den Winter legt sie einen Vorrat aus Eicheln, Bucheckern und anderen Samen an. Feinde: Für waldbewohnende Beutegreifer stellt die Rötelmaus eine wichtige Nahrungsquelle dar. Dies sind beispielsweise der Rotfuchs, der Luchs, die Europäische Wildkatze oder Marder wie der Baummarder, der Steinmarder, das Hermelin, das Mauswiesel und der Iltis. Hinzu gesellen sich zudem der Dachs, der Igel und das Wildschwein. Auch Eulen wie die Sperbereule, die Schleiereule, der Rauhfusskauz, der Sperlingskauz, der Waldkauz, die Waldohreule oder der Uhu sowie andere Greifvögel wie Falken, Habichte oder Sperber gehören zu den Jägern der Rötelmaus. Auch der Schwarz- und Weissstorch oder der Graureiher verschmähen sie nicht. Daneben erbeuten auch Schlangen wie zum Beispiel Kreuzottern oder Ringelnattern Rötelmäuse. |
Körperlänge bis 13 cm. |