Glarner Alpen
25.5.2017 - Langnau a.A. (Langnauer Berg, 685 m)
N1023486
Der Plattbauch zählt zu den grössten Segellibellen Europas.
Informationen zum Tier:
Art: Plattbauch (Libellula depressa).
Verbreitung: Europa, mit Ausnahme des Nordostens.
Lebensräume: Der Plattbauch ist wenig spezialisiert und kann an nahezu allen Gewässertypen angetroffen werden. Er ist ein Pionierbesiedler vegetationsarmer, besonnter Tümpel mit lehmigen oder sandig-kiesigen Ufern.
Merkmale: Die Libellen erreichen eine Körperlänge von 40 - 45 mm bei einer Spannweite von 70 - 80 mm. Die Flügel sind durchsichtig. Nur die Basis ist dunkel gefärbt, bei den Vorderflügeln durch einen schmalen, länglichen Fleck, bei den Hinterflügeln durch ein grossflächigeres Dreieck. Der Hinterleib (Abdomen) ist 6 - 8 mm breit, stark abgeflacht und verjüngt sich erst hinter der Hälfte. Bei den Männchen ist er wachsartig hellblau gefärbt. Bei jungen Tieren weist er seitlich gelbliche Flecken auf, die später verblassen. Die Weibchen haben einen zunächst gelbbraunen, später oliv- und zuletzt dunkelbraunen Hinterleib. An den Seiten sind deutliche, gelbe Flecken zu sehen, die im Alter nicht verblassen. Der restliche Körper ist überwiegend dunkelbraun gefärbt.
Lebensweise: Plattbäuche sind exzellente Flieger und können sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen. Auch ihr Sehvermögen ist sehr gut ausgebildet. Sie sind Ansitzjäger und lauern an exponierten Stellen auf Beute. Von diesen Punkten aus verteidigen sie auch ihr Revier gegenüber Artgenossen und suchen Weibchen für die Paarung. Die Nacht verbringen sie hoch oben in den Bäumen.
Nahrung: Die Libellen ernähren sich von im Flug gefangenen Insekten, die sie mit ihren Beinen halten und im Flug auffressen. Die Larven fressen Insekten und Insektenlarven, Krebstiere, Würmer und Larven von Amphibien.
Ei: Die Paarung findet im Flug statt und dauert weniger als 30 Sekunden. Sie werfen danach ihre Eier im Flug mit Wippbewegungen über Flachwasser ab. Sie berühren dazu mit der Hinterleibsspitze die Wasseroberfläche. Gelegt werden etwa 20 - 100 Eier. Sie haben die Form einer Kugel, die an zwei gegenüberliegenden Seiten angespitzt ist. In Richtung der Spitzen sind sie zwischen 0,6 und 0,8 mm lang, in der senkrechten Richtung zwischen 0,3 und 0,5 mm. Die Eier werden durch eine etwa 1 mm dicke Gallerthülle geschützt. Diese trübt sich mit der Zeit ein. Das Ei färbt sich von anfangs gelblichweiss hin zu braunschwarz.
Larve: Die Larve des Plattbauchs ist stark behaart. Sie hat einen plumpen Körper, der eine Länge von 25 mm und eine Breite von 8 mm erreicht. Ab der ersten bis zur dritten Häutung sind die Larven bräunlichgrau und besitzen zwischen den Augen eine dunklere Zeichnung in Form eines V. Danach sind die Larven dunkler und grauer. Dies steigert sich mit den folgenden Häutungen weiter, so dass am Ende das V zwischen den Augen nicht mehr sichtbar ist. Die Antennen bestehen aus sieben Segmenten, von denen die ersten beiden eher kurz und breit sind, die restlichen fünf hingegen schlanker. Das vierte und fünfte Segment ist zudem deutlich kürzer als die übrigen, das siebte gepunktet. Das Abdomen ist sehr haarig und weist auf den Segmenten vier bis acht nach hinten gerichtete Tuberkel auf. Die Art besitzt extrem kleine Lateraldornen auf den Segmenten acht und neun. Sie leben vor allem in kleinen, stehenden Gewässern, die nicht beschattet sind und im Sommer auch austrocknen können. Nur selten findet man die Tiere auch in fliessenden Gewässern. Bevorzugt werden Gewässer mit geringer Vegetation und mit geringem Bodenschlammanteil. Die Larven schlüpfen nach etwa 4 Wochen und halten sich anfangs nahe an Wasserpflanzen auf. Erst später leben sie in vegetationslosem Flachwasser. Sie sitzen teilweise mit Schlamm bedeckt am Grund und lauern auf Beute. Wenn ihre Gewässer austrocknen, verkriechen sie sich im Schlamm, wie sie es auch bei ihrer Überwinterung tun. Ihre Entwicklung ist nach 1 - 2 Jahren und 11 Larvenstadien abgeschlossen. Die Flügelscheiden treten erstmals nach der vierten Häutung auf. Manche Larven sind bereits im ersten Jahr ausgewachsen und überwintern nicht.
Imago: Der Schlupf dauert 2½ - 4 Stunden und findet Anfang bis Mitte Mai am frühen Morgen statt. Die Reifezeit dauert je nach Wetter drei Tage oder etwas länger. Diese verbringen sie weit abseits der Gewässer. Die Tiere fliegen bis in den August.
Lebenserwartung: 1 - 2 Monate.
Feinde: Vögel, Frösche, Spinnen, Wespen, Hornissen. Webspinnen und Ameisen können frisch geschlüpfte Libellen attackieren und verzehren. Larven werden von Fischen gefressen.
N1023486

Flügelspannweite bis 80 mm, Körperlänge bis 45 mm