|
Glarner Alpen
5.7.2017 - Hirzel (Tüfenmoos, 661 m) |
|
N1023956
Dieses Männchen steckt gerade in der Entwicklung der mattblauen Wachsbereifung seiner Hinterleibssegmente 2 bis 7. Informationen zum Tier: Art: Grosser Blaupfeil (Orthetrum cancellatum). Verbreitung: Europäisch-westasiatisch, mit Ausnahme von Nordrussland, des Nordens Grossbritanniens und Skandinaviens. Ostwärts reicht sein Areal bis nach Kaschmir und in die Mongolei, südwärts bis Nordafrika. Lebensräume: Die Art bevorzugt offene, sonnexponierte Wasserflächen mit sandiger bis steiniger Uferzone und lockerem Bewuchs durch Schilf oder Binsen. Man findet sie an Seen, an Weihern, Teichen und Baggerseen. Merkmale: Während Weibchen und Männchen direkt nach dem Schlupf noch nahezu gleich blass-gräulichgrün aussehen, färben sich die Weibchen später gelb mit schwarzem Gittermuster und mit fortschreitendem Alter schliesslich braun bis dunkelolivgrün. Bei sehr alten Weibchen kann sich ebenfalls eine leicht blaue Wachsbereifung zeigen. Die juvenilen Männchen gleichen noch den jungen, gelb-schwarzen Weibchen, während die Hinterleibssegmente 2 – 7 geschlechtsreifer Tiere eine mattblaue Wachsbereifung entwickeln. Ihr Thorax ist dann dunkelbraun, die Hinterleibsspitze ist schwarz. Die Körperlänge beträgt zwischen 45 und 50 mm, die Flügelspannweite zwischen 70 und 85 mm, das Gewicht im Mittel um 0,375 Gramm. Die Flügelmale (Pterostigma) beider Geschlechter sind dunkelbraun bis schwarz, die Augen blau bis blaugrün. Lebensweise: Die Imagines setzen sich gerne zum Sonnenbaden auf steinigen oder sandigen Untergrund. Die Männchen suchen sich erhöhte Ansitze mit guter Übersicht auf das Gewässer. Nahrung: Die Imagines ernähren sich als Ansitzjäger von Fliegen, Schnaken oder Stechmücken, aber auch von Schmetterlingen oder andere Libellenarten. Die Larven ernähren sich von Wasserflöhen, Kaulquappen, Kleinkrebsen und anderen Insektenlarven. Paarung: Anfliegende Weibchen werden sofort zur Paarung ergriffen. Diese dauert oft 10 - 20 Minuten, manchmal aber auch bis zu einer Stunde. Sie wird meist auf dem Boden oder an niederen Strukturen sitzend vollzogen. Dabei können die Männchen durch Kratzbewegungen Teile ihrer blauen Bereifung verlieren. Ei: Beginnt das Weibchen unmittelbar nach vollzogener Paarung mit der Eiablage, kann es zumindest kurzzeitig durch das Männchen im Flug bewacht werden. Die Eiablage erfolgt in Ufernähe durch mehrmaliges Eintauchen des Abdomens in das Wasser. Larve: Die Larve ist sepiafarben und behaart. Sie erreicht eine Länge von 25 mm. Der Kopf ist mit 5½ mm Breite eher klein. Die Ocellen werden von einer Verkrustung überdeckt. Die Augen sind rund und an der Vorderkante des Kopfes angeordnet. Die Antenne besteht aus sieben Segmenten. Das Labium ist relativ kurz und breit. Es erreicht geschlossen 5½ mm Länge und 4 mm Breite. Die Palpi sind dreieckig und konkav, sowie mit jeweils 7 Borsten besetzt. Das vordere und mittlere Beinpaar ist jeweils 11 mm lang, das hintere 18 mm. Die Larve bevorzugt Schlamm- oder Sandgrund in besonnten Flachwasserbereichen. Die Entwicklungszeit dauert 2 bis 3 Jahre und umfasst 13 Stadien. Imago: Die Emergenz (Schlupf) erfolgt meist am frühen Morgen in der ufernahen Vegetation und dauert etwa 3 Stunden. Sie beginnt in tieferen Lagen meist in der zweiten Maihälfte und hat ihren Höhepunkt im Juni. Die Hauptflugzeit liegt im Juli und Anfang August, letzte Tiere können noch im September, vereinzelt auch im Oktober angetroffen werden. Die Reifezeit beträgt 2 - 3 Wochen, sie wird oft weit abseits der Gewässer verbracht. Nach Erreichen der Geschlechtsreife kehren sie ans Wasser zurück, um dort Reviere zu bilden. Lebenserwartung: Die Lebensdauer des Imago beträgt etwa 1 - 2 Monate. Feinde: Vögel, Frösche, Spinnen, Wespen, Hornissen. Webspinnen und Ameisen können frisch geschlüpfte Libellen attackieren und verzehren. Larven werden von Fischen gefressen. |
Flügelspannweite bis 85 mm, Körperlänge bis 50 mm |