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Glarner Alpen
21.7.2017 - Hirzel (Tüfenmoos, 661 m) |
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N1024070
Die tiefrote Färbung weist das Tier als ausgereiftes Männchen aus. Informationen zum Tier: Art: Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum). Verbreitung: Mittel- und Südeuropa, Nordafrika, in Asien reicht das Verbreitungsgebiet bis zum Amur. Regionale Verbreitung Alpen: In Höhen bis 1000 m. Lebensräume: Stehende und langsam fliessende Gewässer aller Art, oft mit deutlicher Verlandungszone. Eine ausreichende Besonnung muss gegeben sein, dichte und hohe Vegetation mit entsprechend schattiger Verlandungszone wird gemieden. Merkmale: Die Libellen erreichen eine Körperlänge von 35 - 40 mm bei einer Spannweite von 50 - 60 mm. Die Beine sind komplett schwarz. Die Hinterflügel können an der Basis eine leicht gelbliche Färbung aufweisen. Jungtiere sind oft weitgehend gelblich gefärbt. Kopf, Brustabschnitt (Thorax) und Hinterleib (Abdomen) des ausgereiften Männchens sind von auffallend roter Farbe, das Weibchen weist eine eher bräunlich-gelbrote Färbung mit schwarzer Zeichnung auf. Gelegentlich ergeben sich Farbanomalien, bei denen die Weibchen die gleichen, kräftigen Rottöne aufweisen wie die Männchen. Der Hinterleib des Männchens ist leicht abgeflacht und ab dem 7. Segment keulenartig verbreitert. Auf der Oberseite des 8. und 9. Segments ist je ein schwarzer Fleck erkennbar. Lebensweise: Blutrote Heidelibellen sind typische Ansitzjäger, die Sitzwarten werden gegen Rivalen verteidigt. Die Tiere wechseln ihren Standort häufig. Bei kühleren Temperaturen sind sie zum Aufwärmen auch am Boden, auf Totholz oder auf Steinen zu finden. Bei hohen Temperaturen sitzen sie auf erhöhter Vegetation und nehmen gerne die Obeliskstellung ein. Die Nacht verbringen sie in der näheren Umgebung. Weibchen erscheinen nur kurz am Gewässer. Nahrung: Die Imagines jagen kleine Insekten wie Fliegen, Mücken, Schwebfliegen oder Schnaken. Die Larven jagen im Wasser vorkommende Insektenlarven sowie Kleinorganismen wie Wasserflöhe oder Kleinkrebse. Paarung: Die Paarungsräder werden im Flug gebildet. Anschliessend lässt sich das Paar in flacher Vegetation nieder. Die Paarung dauert 2 - 6 Minuten. Ei: Die Eiablage finden im Flug statt, wobei die Tiere in Tandemstellung im Uferbereich zwischen Wasserpflanzen über das Wasser oder über feuchte Böden fliegen. Das Weibchen streift die Eier durch wippende Bewegungen des Hinterleibs über feuchten Uferstellen mit dichter Vegetation ab, seltener auch über offenem Wasser. Das Männchen trennt sich relativ bald vom Weibchen und überwacht die weitere Eiablage im Rüttelflug, wobei es anfliegende Rivalen zu vertreiben versucht. Häufig verliert es dabei allerdings das legende Weibchen aus den Augen. Weibchen legen pro Tag 150 - 300 Eier. Diese sind 0,3 mm gross und weiss, sie verfärben sich innerhalb eines Tages braun. Die Eiablage erfolgt in Uferbereichen, die im Herbst auch austrocknen können. Die Überwinterung erfolgt im Eistadium. Larve: Sobald im Frühjahr der Uferbereich wieder Wasser aufweist, schlüpfen ab Mitte März bis in den Mai hinein die Larven. Die Entwicklung dauert 3 - 4 Monate, sie erreichen dabei eine Grösse von 13 - 18 mm. Sie bevorzugen den Bereich auf dem Gewässergrund oder zwischen Wasserpflanzen und sind häufig mit Bodensubstrat behaftet. Imago: Der Schlupf erfolgt hauptsächlich bis Mitte August. Er beginnt meist in den frühen Morgenstunden und dauert 90 - 120 Minuten. Die Reifezeit, während der sich die Jungtiere teilweise mehrere Kilometer vom Gewässer entfernt aufhalten, dauert eine gute Woche. Imagines sind von Juli bis in den Oktober anzutreffen, mit einem Höhepunkt im Juli und August. Lebenserwartung: Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt etwa 2 Monate. Feinde: Vögel, Frösche, Spinnen, Wespen, Hornissen. Webspinnen und Ameisen können frisch geschlüpfte Libellen attackieren und verzehren. Larven werden von Fischen gefressen. |
Flügelspannweite bis 60 mm, Körperlänge bis 40 mm |