Berner Alpen (Alpes Bernoises)
12.9.2017 - Brigerbad (Chrome, 840 m)
N1024929
Jede Menge Feuerwanzen sammeln sich um eine potentielle Nahrungsquelle.
Informationen zum Tier:
Art: Gemeine Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus).
Verbreitung: Grosse Teile der Paläarktis, im Norden der britischen Inseln und Skandinaviens fehlend, östlich über Zentralasien bis in den Westen Sibiriens, in den Norden Chinas und nach Pakistan, südlich bis Nordafrika.
Regionale Verbreitung Alpen: In Höhen bis 1000 m.
Lebensräume: Sonnenbeschienene Orte am Boden - unter Linden (Tilia) oder ähnlichen Bäumen sowie krautigen Malvengewächsen wie beispielsweise Hibiskus (Hibiscus), Eibisch (Althaea) oder Malven (Malva).
Merkmale: Die Gemeine Feuerwanze erreicht eine Körperlänge von 9 - 11½ mm und hat eine auffällige schwarz-rote Färbung. Der Halsschild ist am Rand rot, in der Mitte trägt er einen annähernd rechteckigen, schwarzen Fleck. Die Flügel der meisten Tiere sind verkürzt. Gelegentlich kann man aber voll geflügelte, flugfähige Individuen beobachten, vor allem Männchen. Die Hemielytren haben eine rote Grundfarbe, der Clavus und der mehr oder weniger vorhandene Ansatz der Membrane ist schwarz gefärbt. Darüber hinaus befindet sich ein grosser, kreisrunder schwarzer Fleck in der Mitte der Hemielytren und ein weiterer kleiner nahe dem Flügelansatz. Das Schildchen (Scutellum) ist schwarz. Der Hinterleib ist am Rand rot, in der Mitte schwarz gefärbt. Beine, Fühler und Kopf sind schwarz. Die Nymphen kann man an ihrem überwiegend rot gefärbten Hinterleib erkennen, auf dem sich nur entlang des Rückens mehrere kleine schwarze Flecken befinden. Die Hemielytren sind nur als Ansatz entwickelt und komplett schwarz gefärbt.
Lebensweise: Sobald im Frühjahr die Sonne für mildere Temperaturen sorgt, tauchen die Tiere aus Mauerritzen und Bodenstreu auf, wo sie überwintert haben. Sie leben gesellig, so dass man sie in den von ihnen bevorzugten Biotopen häufig in grosser Zahl findet. Sie kommen häufig in Aggregationen mit unterschiedlichen Entwicklungsstadien vor. Die Aggregationen werden durch Pheromone zusammengehalten, durch die Aussonderung von Wehrsekreten lösen sich diese aber rasch auf. Die Pheromone werden durch Stinkdrüsen versprüht.
Nahrung: Die Tiere saugen mit Hilfe ihrer Stechrüssel Flüssigkeit aus herabfallenden Samen sowie aus Stengeln und Blättern krautiger Pflanzen. Sie saugen gelegentlich auch an Insekteneiern, toten Insekten und Wirbeltieren. Auch Kannibalismus ist dokumentiert. Aus gärtnerischer Sicht gelten Feuerwanzen als unschädlich.
Paarung: Die im April und Mai stattfindende Paarung kann bis 30 Stunden dauern.
Ei: Nach der Paarung legt das Weibchen etwa 60 - 100 Eier unter Laub oder Steinen ab.
Larven: Daraus schlüpfen die Larven. Diese sind zunächst ausschliesslich rot gefärbt. Sie durchlaufen innert 40 Tagen 5 Nymphenstadien, wobei sie mit jeder Häutung den ausgewachsenen Exemplaren immer ähnlicher werden.
Imago: Im August sind die Tiere nach der letzten Reifehäutung voll entwickelt und geschlechtsreif.
Lebenserwartung: Etwa 1 Jahr.
Feinde: Für potentielle Fressfeinde sind sie ungeniessbar, sie werden von Fröschen, Kröten oder Vögeln sofort wieder ausgespuckt.
N1024929

Körperlänge bis 11½ mm