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Berner Alpen (Alpes Bernoises)
22.9.2017 - Brigerbad (Badhalte, 705 m) |
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N1024993
Auf immergrünen Pflanzen versagt die sonst gute Tarnung der Blauflügeligen Ödlandschrecke. Informationen zum Tier: Art: Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens). Verbreitung: Nordafrika über Westeuropa bis Norddeutschland, Dänemark und Südschweden, östlich bis in die Mongolei. Regionale Verbreitung Alpen: Bis in Höhen von 2000 m. Lebensräume: Die Tiere bevorzugen gut besonnte, trockene und warme Kahl- und Ödlandflächen mit sehr spärlicher Vegetation, wie sie etwa auf Trockenrasen oder Ruderalflächen, in Gruben, auf Flussschotterflächen, in Felsensteppen oder entlang von Eisenbahnlinien zu finden sind. Merkmale: Männchen erreichen eine Körpergrösse von 13 - 23 mm, Weibchen werden 20 - 29 mm gross. Der Brustabschnitt (Thorax) ist kräftig und der Hinterleib (Abdomen) relativ schlank. Die Tiere haben lange und schmale Flügel sowie relativ kurze, dafür kräftige Sprungbeine. Die Grundfarbe ein fein bis gröber marmoriertes Graubraun, wobei die Art sehr farb- und mustervariabel ist. Die Farbe kann dabei von einem hellen Grau bis fast schwarz reichen, auch ocker- und rotbraune Färbungen sind häufig zu finden. Es handelt sich hier um eine Anpassung an den Untergrund, die schrittweise bei den einzelnen Larvenhäutungen ausgebildet wird, aber auch erwachsene Tiere sind noch zu einem Farbwechsel fähig. Die Deckflügel und auch die Hinterbeine weisen 2 - 3 breite, dunklere Streifen auf, die bei sehr hellen und auch sehr dunklen Exemplaren undeutlicher werden. Das auffälligste Merkmal ist die blau-transparente Färbung der Hinterflügel, die eine dunkle Querbinde enthält. Auch die Schienen (Tibien) der Hinterbeine können eine leichte Blaufärbung aufweisen. Lebensweise: Sie ist an das Leben auf dem Boden angepasst und bewegt sich fast ausschliesslich gehend fort. Ihre Kletterfähigkeit ist auf das Übersteigen kleinerer Gegenstände beschränkt, vertikale Pflanzenstrukturen erklimmen sie fast nie. Aus dem Grunde meiden sie dichter stehende Vegetation und halten sich auf Kahlflächen auf. Sie können allerdings auch sehr gut fliegen, nutzen dies meistens jedoch nur für Strecken von etwa 10 Metern und landen nach ihren Flügen wiederum auf entsprechenden Kahlflächen. Beim Landen vollziehen sie eine hakenförmige Bewegung, wodurch sie nach der Landung schwer zu entdecken sind. Nahrung: Hauptsächlich Gräser und Kräuter, auch Aasfrass wurde beobachtet. Paarung: Die Männchen suchen aktiv die Umgebung nach Weibchen ab. Haben sie ein Weibchen gefunden, besteigen sie es. Ist das Weibchen paarungswillig, lässt es dies geschehen, im anderen Fall wehrt es das Männchen mit Tritten ab. Ei: Die Eier werden kurz nach der Paarung vom Weibchen im Boden abgelegt, wobei es seinen Hinterleib mit dem Eiablageapparat (Ovipositor) tief in die Erde bohrt. Die Eier überwintern. Larve: Die Nymphen schlüpfen im folgenden Frühjahr ab Ende April bis Anfang Mai. Die Entwicklung verläuft bei den Männchen über 4, bei den Weibchen über 5 Häutungsstadien, wobei sich die Färbung der Haut mit den Häutungen der Färbung des Untergrundes annähert. Imago: Adulte Tiere findet man ab Juni bis in den Spätherbst. Lebenserwartung: Als adultes Tier bis 5 Monate. Fressfeinde der Heuschrecken: Säugetiere, vor allem Insektenfresser wie Igel, Spitzmäuse und Maulwürfe, aber auch andere Fleischfresser wie Ratten, Marder, Füchse, Katzen oder Wildschweine. Zudem auch Vögel, Eidechsen, Spinnen und Wespen. Fliegen wie Dickkopffliegen (Conopidae) oder Raupenfliegen (Tachinidae) sowie Würmer können Heuschrecken parasitär befallen. In feuchten Jahren ist Pilzbefall ebenfalls eine häufige Todesursache unter Heuschrecken. |
Körperlänge bis 29 mm |