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Berner Alpen (Alpes Bernoises)
23.6.2018 - Brigerbad (653 m) |
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N1026470
Das Tier in der Frontalansicht. Eindrücklich sind die langen und doch recht zierlich wirkenden Fühler. Informationen zum Tier: Art: Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima). Verbreitung: Paläarktisch verbreitet, in Europa und Asien von der Atlantik- bis zur Pazifikküste. Im Norden Europas erstreckt sich die Verbreitung bis in den Süden Englands, Norwegens, Schwedens und Finnlands, im Süden über den gesamten Mittelmeerraum. Regionale Verbreitung Alpen: Überwiegend Gebiete unter 500 m, unter günstigen Bedingungen bis 1500 m. Lebensräume: Trockenrasen, Brachen, sonnige Weg- und Waldränder, Gärten und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Bevorzugt werden Habitate, die warm, trocken und windgeschützt sind und eine mindestens 30 cm hohe Vegetation aufweisen. Kühle Lebensräume werden gemieden. Merkmale: Die Männchen werden 28 - 36 mm, die Weibchen 32 - 42 mm lang. Die Legeröhre (Ovipositor) der Weibchen erreicht eine Länge von weiteren 23 - 32 mm. Fast alle Tiere sind einfarbig grün, selten treten gelbliche Exemplare auf oder solche, bei denen die Beine gelb sind. Auf dem Rücken verläuft eine feine, braune Längslinie. Der Ovipositor ist ab dem fünften Larvenstadium zu erkennen, die Flügel sind bei beiden Geschlechtern erst ab dem sechsten Stadium als zunächst kleine Ausstülpungen ausgebildet. Voll entwickelt sind sie sehr lang und reichen beim Weibchen bis über die Spitze des Ovipositors. In der Ruhe verdecken die Vorderflügel die Hinterflügel vollständig. Das Grüne Heupferd ist im Vergleich zu anderen Laubheuschrecken ein guter Flieger. Lebensweise: Die Tiere sind tag- und nachtaktiv. Frisch geschlüpfte Adulte halten sich in der Krautschicht auf, später im Jahr werden Sträucher und Bäume bevorzugt. Männchen besetzen Reviere und verhalten sich territorial gegenüber anderen Männchen. Gesang: Nur geschlechtsreife Männchen äussern Gesänge, die sie mit ihren auf den Vorderflügeln befindlichen Stridulationsorganen bilden. Der Gesang ist ein lautes Schwirren, bei dem jeweils zwei rasch aufeinander folgende Schallimpulse durch ein etwas längeres Intervall voneinander abgesetzt sind. Er ist etwa 50 bis maximal 100 m weit zu hören. Die untere Rufschwelle liegt bei 12 – 16 °. In Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur sind die Männchen vom Nachmittag bis etwa 2 Uhr früh aktiv. Sie singen in der Vegetation von mindestens 30 cm hohen Singwarten wie auch von Bäumen und Sträuchern aus. Nahrung: Sowohl die Larven als auch die geschlechtsreifen Grünen Heupferde ernähren sich hauptsächlich räuberisch von Insekten und deren Larven sowie von schwachen oder verletzten Artgenossen. Ferner fressen sie an einer Vielzahl von Pflanzen, bevorzugt weiche und krautige. Paarung: Weibchen werden vom Gesang der Männchen angelockt. Die Paarung dauert inklusive andauerndes Vorspiel bis zu einer Stunde. Ei: Die Weibchen legen 200 - 600 Eier einzeln oder in kleinen Gruppen in den Boden, bevorzugt in Grünland. Diese sind 5,3 × 1,5 mm gross und dunkelbraun gefärbt. Die Embryonalentwicklung dauert 1½ bis maximal 5 Jahre. Der langen Entwicklung wegen darf der Boden um die Eier in den darauffolgenden Sommern nicht zu stark austrocknen. Larve: Die Larven schlüpfen etwa ab Ende April bis Anfang Mai. Sie durchleben 7 Stadien bis zur Häutung zum adulten Tier. Ab Mitte Juli treten die Larven des 7. Stadiums auf. Die grün gefärbten Larven haben auf dem Rücken eine feine braune Längslinie. Sie halten sich in der Krautschicht auf. Imago: Adulte Exemplare treten von Juli bis Oktober auf. Lebenserwartung: Als Imago um 3 Monate. Feinde: Zu ihren Fressfeinden gehören Spinnen, Ameisen, Vögel, Reptilien oder Säugetiere wie Fuchs, Igel oder Spitzmaus. Auch die Zwitscherschrecke (Zwitscherheupferd, Tettigonia cantans) kann ihrer Aggressivität wegen gefährlich werden. |
Körperlänge bis 42 mm |