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Glarner Alpen
14.7.2018 - Hirzel (Änderholz, 681 m) |
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N1026714
Ein Männchen der Nonne sitzt an einem Buchenstamm. Informationen zum Tier: Art: Nonne (Lymantria monacha). Verbreitung: Die Art ist vom Norden der Iberischen Halbinsel über West- und Mitteleuropa einschliesslich das südliche England bis in die gemässigte Zone Ostasiens verbreitet. Die Nordgrenze des Verbreitungsgebietes verläuft von Oslo, Uppsala, Sankt Petersburg, Perm und zwischen dem 43. und 57 Grad nördlicher Breite bis nach Japan. Die Südgrenze reicht von Mittelspanien über Korsika der dalmatinischen Küste entlang, durch den Norden Griechenlands und den europäischen Teil der Türkei bis zum Schwarzen Meer. Regionale Verbreitung Alpen: Bis in Höhen von 1600 m. Lebensräume: Dichte Fichten- und Kiefernwälder, teilweise auch Mischwälder. Merkmale: Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 30 - 50 mm. Die Weibchen sind deutlich grösser als die männlichen Tiere. Die Grundfarbe der Flügel ist weiss mit vielen verschieden dicken und zackigen dunklen Bändern und Punkten. Hin und wieder tauchen auch ganz schwarze Individuen auf. Die Hinterflügel sind von beiger Farbe und weisen schwarze Saumpunkte auf. Ei: Das Ei ist violettbraun, kugelig und an beiden Polen abgeflacht. Das Gelege wird in kleinen Paketen unter Rinden oder an glatten Baumstämmen unter Flechten abgelegt. Meist geschieht dies am unteren Ende eines Baumes, nur bei Massenvermehrungen findet man auch Eier in den Kronen. Ein Weibchen legt bis zu 300 Eier, wobei jeder Haufen 20 bis 100 Eier enthalten kann. Zur Eiablage sucht es gezielt noch nicht befallene Bäume aus. Die Eier überwintern. Raupe: Die Raupenzeit beginnt Ende April und endet im Juni. Erwachsene Raupen sind grünlich- oder weissbraun. Sie weisen 6 Längsreihen blaugrauer, grau und gelblich behaarter Warzen auf. In der Mittellinie des 9. und 10. Segments sind 2 rote Warzen auszumachen. Auf dem 2. Segment ist ein grosser, scharzer Rückenfleck vorhanden. Dieser setzt sich in einem auf den Segmenten 7 - 9 unterbrochenen Mittelstreifen fort. Die frisch geschlüpften Raupen bleiben je nach Witterung noch einige Stunden bis 5 Tage zusammen. Dieser Vorgang wird von den Förstern 'Spiegel' genannt. Danach klettern sie in die Kronen der Bäume und verteilen sich so. Herrscht Wind, spannt die Raupe einen Faden, lässt sich daran hinab und vom Wind auf einen anderen Baum tragen. Die Raupen ernähren sich bevorzugt von Fichten (Picea abies) und Kiefern (Pinus sylvestris). Daneben werden auch Weisstanne (Abies alba), Europäische Lärche (Larix decidua), Espe (Populus tremula), Hainbuche (Carpinus betulus), Rotbuche (Fagus sylvatica), Stiel-Eiche (Quercus robur), Kulturapfel (Malus domestica), Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus), Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) und Moorbeere (Vaccinium uliginosum) angenommen. Im Frühjahr zehren die Tiere an den ersten Knospen, später dann an den Nadeln. Eine Raupe frisst etwa 200 Kiefern- beziehungsweise 1000 Fichtennadeln und beschädigt beim Abbeissen noch einmal so viele. Sie fressen nur nachts. Puppe: Die Raupen verpuppen sich in einem dünnen Gespinst am Stamm. Die Puppe ist schwarzbraun, mit gelben oder rotbraunen Haarbüscheln. Am Vorderende ist ein geteilter, schwarzer Haarschopf vorhanden. Falter: Die Flugzeit liegt zwischen Juli und Anfang September. Die Falter fliegen nur nachts. Die Population schwankt von Jahr zu Jahr. In einem ungefähren Zyklus von 3 - 5 Jahren kommt es zu einer Massenvermehrung. Dann gilt die Nonne als eine der gefährlichsten Forstschädlinge. |
Flügelspannweite bis 50 mm |