Glarner Alpen
4.9.2018 - Sargans (Bannau, 482 m)
N1027999
Eine Gemeine Heidelibelle sitzt auf einem Schilfhalm.
Informationen zum Tier:
Art: Gemeine Heidelibelle (Sympetrum vulgatum).
Verbreitung: In Mittel- und Nordosteuropa weit verbreitet, in Westeuropa nur verstreute Vorkommen. Das Hauptareal reicht nordwärts bis Südskandinavien, südwärts bis Südfrankreich, Norditalien und zum Balkan und ostwärts bis nach Asien.
Regionale Verbreitung Alpen: Nur in den tiefer gelegenen Tälern, die meisten Fortpflanzungshabitate liegen in Höhen bis 1000 m. Wandernde Tiere wurden aber bis in Höhen von 2000 m beobachtet.
Lebensräume: Eher nährstoffreiche Stillgewässer mit strukturreicher Röhrichtvegetation, guter Besonnung und geeignetem angrenzenden Landhabitat wie Wiesen oder offene Moorflächen. Langsam fliessende Gewässer werden ebenfalls angenommen.
Merkmale: Die Körperlänge beträgt zwischen 35 und 40 mm, die Flügelspannweite zwischen 55 und 65 mm. Der Kopf trägt eine schwarze Stirnzeichnung, die sich ein Stück weit an den Augen herunterzieht. Die Beine sind schwarz und besitzen oberseits eine gelbbraune Färbung. Beim Männchen ist das Abdomen rot und leicht keulenförmig, die Thoraxseiten sind nahezu einfarbig braun mit deutlichen schwarzen Linien. Beim Weibchen ist das Abdomen gelb mit einem schwarzen Längsstrich auf den Seiten jedes Segments, die Thoraxseiten sind gelb, werden im Alter aber einheitlich braun. Die Legescheide ist rechtwinklig abstehend.
Lebensweise: Die Männchen halten sich meist an den Gewässerrändern auf oder erkunden umliegendes, freies Gelände. Die Weibchen sind auf anliegenden Flächen aufzufinden und erscheinen nur zur Paarung oder zur Eiablage im Uferbereich. Die Tiere fliegen bei ausreichend Sonnenschein ab einer Temperatur von 12 Grad. Bei kälteren Temperaturen sonnen sie sich bevorzugt auf Holzflächen, Steinen oder Kiesflächen. Die Nacht wird in gewässernaher Vegetation verbracht.
Nahrung: Als typischer Ansitzjäger ernähren sie sich überwiegend von Insekten jeglicher Art. Die Larven leben von Wasserinsekten, Kleinkrebsen und Insektenlarven.
Paarung: Sie findet meist sitzend in Ufernähe statt. Die Tiere können dabei auch fliegen.
Ei: Die Eiablage erfolgt immer im Flug, wobei das Männchen das Weibchen am Kopf festhält. Die hinten fliegenden Weibchen streifen ihre Eier durch wippende Bewegungen des Hinterleibs an der Wasseroberfläche ab. Die Überwinterung erfolgt im Eistadium, wobei Austrocknen und Durchfrieren des Gewässers gut überstanden wird.
Larve: Die Larven schlüpfen im April. Sie bevorzugen den Bereich auf dem Gewässergrund oder zwischen Wasserpflanzen und sind häufig von sehr viel Substrat bedeckt. Sie durchlaufen bis 11 Stadien und sind nach etwa 3 Monaten mit einer Grösse von 15 - 19 mm ausgewachsen. Die Larven entwickeln sich unterschiedlich schnell, einige überwintern nochmals und schlüpfen erst ein Jahr später.
Imago: Der Schlupf erfolgt ab Mitte Juni bis Ende August in ufernaher Vegetation. Zeitlich erfolgt er morgens zwischen 8 und 10 Uhr. Die Reifezeit verbringen sie oft weit entfernt vom Entwicklungsgewässer. Die Flugzeit dauert von Mitte Juli bis Anfang Oktober, selten bis in den November.
Lebenserwartung: Durchschnittlich 7 - 8 Wochen.
Feinde: Vögel, Frösche, Spinnen, Wespen, Hornissen. Webspinnen und Ameisen können frisch geschlüpfte Libellen attackieren und verzehren. Larven werden von Fischen gefressen.


Anmerkung: Es existieren einige sehr ähnliche Arten. Auf Grundlage von Fotos ist Sympetrum vulgatum nur schwierig von Sympetrum striolatum und von Sympetrum meridionale zu unterscheiden.
N1027999

Flügelspannweite bis 65 mm, Körperlänge bis 40 mm