|
Berner Alpen (Alpes Bernoises)
15.6.2019 - Brigerbad (Campingplatz, 656 m) |
|
N1029661
Ein weiblicher Kaisermantel saugt an Nelkenblüten. Informationen zum Tier: Art: Kaisermantel (Argynnis paphia). Verbreitung: Von Nordspanien über das gemässigte Asien (Russland, Iran, China) bis nach Japan. Regionale Verbreitung Alpen: Bis in Höhen von 1200 m. Lebensräume: Sonnige Waldränder, blütenreiche Waldlichtungen mit strauchbewachsenen Rändern, von Wald eingeschlossene Wiesen, besonders im Bergland. Die Falter verlassen die Waldgebiete nur selten. Merkmale: Der Falter erreicht in Mitteleuropa eine Flügelspannweite von 55 - 65 mm und ist damit der grösste mitteleuropäische Perlmutterfalter. Die Flügeloberseiten der Männchen sind leuchtend orange und haben braune Flecken. An den Adern 1 – 4 befinden sich dunkle Duftschuppenstreifen. Die Weibchen sind dunkler und etwas grünlicher. Die Duftschuppenstreifen fehlen, dafür sind die dunklen Flecken entlang des Vorderrandes der Vorderflügel kräftiger. Die Flügelunterseiten der Vorderflügel sind blass orange, die der Hinterflügel graugrün, überdeckt mit einem schmalen, etwas geschwungenen, silbrig schimmernden Band vom Vorderrand zum Innenrand. Paarung: Bei der Balz verfolgt das Männchen das Weibchen und umkreist es dabei von hinten unten nach vorn und von vorne oben nach hinten zurück, während das Weibchen mit gleichmässigem Flattern ganz gerade fliegt. Das Männchen sendet dabei einen Lockstoff aus Duftschuppen aus. Wenn das Weibchen paarungsbereit ist, landet es auf einem Busch oder überhängenden Baumzweig und streckt seinen Hinterleib nach oben. Dabei gibt es aus Drüsensäcken ebenfalls einen Lockstoff ab. Die Vereinigung findet auf Blüten, Blättern oder am Boden statt und ist häufig so fest, dass das Paar vereinigt bleibt und das eine Individuum das andere mit herumträgt. Ei: Die gelbgrauen Eier sind kegelförmig und gerippt. Sie werden an Baumstämmen abgelegt, vorzugsweise an Kiefern und Fichten, in deren Nähe Veilchen wachsen. Ihren Suchflug nach einem Ablageplatz beginnen die Weibchen in den Baumkronen. Hat es einen geeigneten Baum gefunden, lässt es sich senkrecht auf einen besonnten Platz am Boden fallen und sonnt sich. Danach fliegt es kurze Strecken dicht über den niederen Pflanzen und landet auf einigen. Mit den Putzpfoten trommelt es heftig auf der Blattdecke und fliegt dann zur nächsten Stelle. Höherer Bewuchs wird dabei gemieden. Das Weibchen beginnt in etwa 1 – 2 m Höhe an dem Baum sprungweise aufwärts zu flattern, jedes Mal nur einige Flügelschläge ausführend. Dabei umfliegt es spiralförmigig den Baumstamm, um in Abständen von ½ - 2 m je ein Ei abzusetzen. Hierzu setzt es sich senkrecht an den Stamm und biegt den Hinterleib im rechten Winkel, um das Ei in eine Spalte, unter einer Flechte oder Rindenschuppe zu platzieren, wo es nicht sichtbar und vor Sonne und Regen weitgehend geschützt ist. In etwa 4 m Höhe angekommen, verlässt es diesen Stamm, um an einem anderen wieder von unten zu beginnen. Es gibt aber auch Beobachtungen, dass die Eier nicht an Baumstämmen, sondern an den eigentlichen Nahrungspflanzen abgelegt wurden. Raupe: Die Raupen werden bis 38 mm lang. Sie sind dunkelbraun gefärbt und haben braunorange Dornen sowie 2 dünne, eng nebeneinanderliegende, gelbe Rückenlinien. Hinter dem Kopf tragen sie zusätzlich ein schwarzes Dornenpaar, das wie Fühler lang nach vorne gezogen ist. Sie schlüpfen im Spätsommer und verstecken sich ohne zu fressen am Stamm, um zu überwintern. Erst im nächsten März werden sie wieder aktiv und kriechen nach unten, um Nahrungspflanzen zu suchen und mit Fressen zu beginnen. Sie ernähren sich von den Blättern verschiedener Viola- und Rubus-Arten. Am Tag halten sie sich auf der Unterseite von Blättern verborgen und kommen nur in der Nacht hervor. Puppe: Die Stürzpuppe ist graubraun, mit spitzen Kopfhörnern und Ecken und hat kegelförmige, anfangs silberne und vor dem Schlupf goldene Spitzen. Die Verpuppung erfolgt an Kiefern oder an Zweigen in Bodennähe. Falter: Sie fliegen jährlich in Mitteleuropa in einer Generation von Juni bis September, im Süden Europas von Ende Mai bis September. Sie saugen mit Vorliebe an Brombeerblüten, Skabiosen, Distelköpfen und den doppeldoldigen Blütenständen der Wald-Engelwurz. |
Flügelspannweite bis 65 mm |