Berner Alpen (Alpes Bernoises)
11.7.2019 - Brigerbad (Badhalte, 770 m)
N1029775
Zwei Rotflügelige Ödlandschrecken paaren sich im Geröll.
Unter das Grössere Weibchen, oben das deutlich kleinere Männchen.
Informationen zum Tier:
Art: Rotflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda germanica).
Verbreitung: Europa und Westasien, von den Pyrenäen bis zur Wolga vor.
Regionale Verbreitung Alpen: Verbreitet in Höhen von 1500 m, höchste nachgewiesene Höhe in der Schweiz ist 2520 m.
Lebensräume: Warme und trockene Habitate wie schwach bewachsene, steinige oder felsige Südhänge, Schuttfluren, Felsen, Felsenheiden, schwach bewachsene Trockenrasen oder Steinbrüche. Die Art toleriert keine sandigen Böden und reagiert äusserst empfindlich auf Verbuschung und auch auf eine Erhöhung der Niederschlagsmengen. Männchen wandern im Umkreis von etwa 500 Meter um ihr Habitat, die standorttreueren Weibchen kommen auf nur etwa 300 Meter.
Merkmale: Männchen erreichen eine Körperlänge von 16 - 22, Weibchen von 22 - 32 mm. Die Körperfarbe kann je nach bewohntem Gebiet zwischen hellgrau bis dunkelbraun und schwärzlich variieren. Auf den dunklen Vorderflügeln und Hinterbeinen schliessen zwei helle Binden eine dunkle ein. Die Hinterflügel sind rot gefärbt, an deren Aussenrand verläuft eine breite, schwarze Binde. Die Stirnrippe zwischen den Fühlern ist ungekielt. Die Schienen (Tibien) an den Hinterbeinen sind grau gefärbt und tragen basal einen hellen Ring.
Lebensweise: Die Tiere sind an das Leben auf dem Boden angepasst und bewegen sich fast ausschliesslich gehend fort. Bei Gefahr fliegen sie in einem behänden Flug auf, um ihre leuchtend roten Hinterflügel zu zeigen. Nach einem plötzlichen Hakenschlag landen sie, wodurch sie auf Grund ihrer Färbung wieder fast nicht mehr zu erkennen sind.
Nahrung: Krautige Pflanzen wie Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys), Hügel-Meier (Asperula cynanchica), Gewöhnlicher Hufeisenklee (Hippocrepis comosa), Aufrechter Ziest (Stachys recta) oder Schmalblättriger Hohlzahn (Galeopsis angustifolia). Es wurden auch Tiere beim Befressen von Aas beobachtet.
Ei: Die Weibchen beginnen etwa 20 Tage nach der Imaginalhäutung mit der Eiablage. Sie legen im Abstand von 5 - 8 Tagen fünf Mal jeweils etwa 18 Eier in den Boden ab. Die darauffolgenden Eiablagen finden ungefähr alle 10 Tage mit nur mehr etwa 10 Eiern statt. Die Eier können für kurze Zeit Temperaturen von über 50 °C unbeschadet überstehen.
Larve: Die Larven schlüpfen im Mai des Folgejahres. Sie durchlaufen fünf Larvenstadien.
Imago: Die Häutung zum adulten Tier erfolgt meist bis Ende Juli, spätestens bis Mitte August.
Lebenserwartung: Die Imagines findet man von Juli bis Oktober.
Fressfeinde der Heuschrecken: Säugetiere, vor allem Insektenfresser wie Igel, Spitzmäuse und Maulwürfe, aber auch andere Fleischfresser wie Ratten, Marder, Füchse, Katzen oder Wildschweine. Zudem auch Vögel, Eidechsen, Spinnen und Wespen. Fliegen wie Dickkopffliegen (Conopidae) oder Raupenfliegen (Tachinidae) sowie Würmer können Heuschrecken parasitär befallen. In feuchten Jahren ist Pilzbefall ebenfalls eine häufige Todesursache unter Heuschrecken.
N1029775

Körperlänge bis 32 mm (Weibchen), respektive bis 22 mm (Männchen)

Fundort: Südseitige Strauchheide, im Geröll.