Glarner Alpen
16.8.2019 - Disentis (Bogn, 1055 m)
N1030082
Die kräftigen und langen Fühler weisen es als männliches Exemplar aus.
Informationen zum Tier:
Art: Windenschwärmer (Agrius convolvuli).
Verbreitung: Das ganzjährige Verbreitungsgebiet erstreckt sich nahezu über die gesamte Paläotropis und Australasien sowie die südlichen Teile des Paläarktis. Er kommt in den Tropen und Subtropen Asiens und Afrikas, in und um Australien und den Inseln Ozeaniens ohne Neuseeland sowie auch in Nordafrika, dem Mittelmeerraum und Zentralasien bis deutlich nach Sibirien vor. Als Wanderfalter erscheint er in Europa bis in den hohen Norden, in Grossbritannien, Island und in weiten Teilen Russlands (im Osten bis Sachalin). Auf der südlichen Hemisphäre findet man die Art dann auch auf Tasmanien und Neuseeland.
Regionale Verbreitung Alpen: Er fehlt lediglich in höheren Lagen.
Lebensräume: Windenschwärmer bevorzugen offene und temperaturbegünstigte Landschaften wie sonnige Hänge, verbuschtes Ödland oder Brachen. Sie kommen aber ausser in dichten Wäldern überall vor.
Merkmale: Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 8 - 13 cm, wobei die Weibchen meist etwas grösser werden. Die Vorderflügel sind ungleichmässig hell- bis dunkelgrau oder graubräunlich gefärbt und tragen eine dunkle, graubraune Musterung aus zahlreichen feinen, gewellten oder gezackten Binden. Zentral auf den Vorderflügeln lassen sich zwei sehr feine, schwarze Striche erkennen, zwischen denen die Flügelfärbung bei den Männchen meist etwas dunkler ist. Die Hinterflügel sind gelblichgrau bis grau gefärbt und tragen neben einem verwaschenen, dunklen, länglichen Fleck nahe der Basis ebenso gefärbte, leicht geschwungene Querbinden. Die weissgrauen Fühler werden bei den Männchen 18 - 20 mm lang, bei den Weibchen 11 - 16 mm. Der Saugrüssel wird 5 - 14 cm lang, im Durchschnitt sind es 9 cm. Damit ist er deutlich über körperlang bis fast doppelt so lang. Der Kopf der Tiere ist ebenso wie der Thorax fein grau behaart. Der Hinterleib ist entlang des Rückens graubraun gefärbt. An den Seiten der Terga, den am Rücken befindlichen Chitinplatten, ist jedes Segment vorne rosa und hinten schwarz gefärbt. Lediglich das erste Tergum hat eine kräftig rote Farbe. Zwischen den Segmenten sind die Falter fein weiss gefärbt.
Paarung: Die Paarung beginnt meist ab Mitternacht und dauert bis in die Morgenstunden.
Ei: Die Weibchen legen bis zu 1000 ovale, hellgrüne bis dunkelblaugrüne Eier mit einem Durchmesser von 1 mm auf Ackerwinden (Convolvulus arvensis), aber auch auf Zaunwinden (Calystegia sepium) und verschiedenen Zierwinden ab.
Raupe: Die Raupen fressen von Juli bis September, wobei sie sich tagsüber verstecken und nur nachts Nahrung aufnehmen. Sie werden bis 12 cm lang und sind sehr variabel gefärbt. Ihre Grundfärbung reicht von grün über gelb, orange und braun nach schwarz, wobei diese Farben auch in Kombination vorkommen. Sie tragen helle, schräge Seitenstreifen und darunter dunkle, grosse Stigmen. Am Hinterleibsende haben sie einen gelblichen Dorn, der bei den dunklen Formen bis ins Schwarze gehen kann.
Puppe: Ab August graben die Raupen zur Verpuppung ein etwa hühnereigrosses Loch ins Erdreich und verpuppen sich darin. Nach 10 - 14 Tagen ist die Puppe fertig. Sie ist rotbraun und durch die gebogene und abstehende Rüsselscheide unverwechselbar.
Falter: Die erste Generation fliegt von Mai bis Juni in Mitteleuropa ein, die zweite Generation entwickelt sich dort von Mitte August bis Mitte Oktober. Nur Raupen, die sich sehr früh verpuppen, schaffen die Metamorphose zum Falter der zweiten Generation und können in den Süden zurückfliegen. Die restlichen versuchen vergeblich zu überwintern und sterben ab. Windenschwärmer sind ausgezeichnete Flieger und können Spitzen von bis zu 100 km/h erreichen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt um 50 km/h, Regen oder Wind beeinflusst ihr Verhalten nicht. Sie sind eifrige Blütenbesucher und saugen ab der Abenddämmerung bis etwa Mitternacht Nektar aus einer Vielzahl verschiedener Blüten (Petunien, Lilien, Seifenkräuter, Wunderblumen, Nachtkerzen, Tabak, Phlox oder Stechäpfel). Die nachtaktiven Falter ruhen tagsüber mit dachartig über dem Hinterleib zusammengefalteten Flügeln auf festem Untergrund wie etwa an Baumstämmen, Steinen, Strommasten oder auch am Erdboden.
N1030082

Flügelspannweite bis 130 mm